Im Kontext von Design Thinking wird viel über den Prozess, das Team und das Coaching diskutiert. Der Arbeitsort wird oft vernachlässigt, dabei spielt dieser Kreativraum, Team Space oder auch War Room, eine entscheidende Rolle für das erfolgreiche Arbeiten im Rahmen von Innovationsprojekten. Design Thinking besteht aus vier Grundelementen: dem iterativen Entwicklungsprozess, einem multidisziplinären Team, einer offenen und konstruktiven Teamkultur sowie einem unterstützenden Arbeitsumfeld[1]. Was ist bei Letzterem zu beachten?

 

Der Kreativraum oder Team Space sollte stimulierend wirken, Reflektionen anregen, die Zusammenarbeit fördern und Platz für Entspannung und Spiel bieten[2].

 

Generell sind solche Räume Mangelware in Unternehmen oder erfüllen diese Funktionen nur in begrenztem Umfang. Oft werden z.B. Konferenzräume provisorisch und spontan mit Post-it’s und einem Sitzsack bestückt und so zum Team Space erklärt. Auf der andern Seite gibt es auch den mit Designermöbeln, Whiteboards, Fußball- und Billardtisch durchgestalteten Raum, der scheinbar perfekt auf alle Bedürfnisse der Kreativen eingeht, dabei geht es den Verantwortlichen weniger um die Bereitstellung eines idealen Arbeitsplatzes, sondern vielmehr um die plakative Zurschaustellung des unternehmensinternen Innovationswillens. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung, aber was ist für das Team im Design Thinking Prozess wichtig? Generell geht es weniger um Raumausstattung, und vielmehr um die Flexibilität. Dieser Faktor bezieht sich auf die Wünsche und Bedürfnisse der Teams.

 

Die Kreativen sollten die Freiheit haben, den Raum mitzugestalten, Möbel und Whiteboards zu verschieben und die vorhandenen Materialen flexibel einzusetzen[3].

 

Idealerweise erlaubt die Raumausstattung das Arbeiten in verschiedenen Positionen (z. B. Sitzen, Stehen) und der Raum selbst lässt sich schnell auf eine Gruppen- oder Individualarbeitssituation anpassen[4]. Auch die Atmosphäre und Stimmung im Raum ist für eine erfolgreiche Arbeit von großer Bedeutung. Ein perfekt durchgestalteter Raum z. B. strahlt schnell eine unberührbare und dadurch lähmende Arbeitsatmosphäre aus.

 

Unsere Erfahrung zeigt, dass es mehr auf Freiheiten, Möglichkeiten und die Atmosphäre im Team Space ankommt als auf Materialien, Möbel oder die perfekte Kopie eines Silicon Valley War Rooms. Ausreichend Platz, mehrere Whiteboards, Post-it’s und Stifte bilden einen guten Ausgangspunkt für kreatives und erfolgreiches Design Thinking. Hierauf wird dann mit flexiblen Möbeln, Raumteilern und ausgewählten Materialien für das Anfertigen von Prototypen aufgebaut. So ausgestattet können die Design Thinking Teams produktiv arbeiten und erfolgreich zum Wandel der Unternehmenskultur beitragen.

 

 

 

 

[1] Thoring, K., & Müller, R. M. (2011). Understanding the Creative Mechanisms of Design Thinking: An Evolutionary Approach. Paper presented at the conference DESIRE’11-Creativity and Innovation in Design. Eindhoven, the Netherlands.

[2] Groves, K. (2010). I Wish I Worked There!: A Look Inside the Most Creative Spaces in Business.

[3] Weinberg, U., Nicolai, C., Hüsam, D., Panayotova, D., & Klooker, M. (2014). The Impact of Space on Innovation Teams. 19th DMI: Academic Design Management Conference Design Management in an Era of Disruption London.

4 Schröder, L., & Urban, H. (Eds.) (2010). Gute Arbeit: Handlungsfelder für Betriebe, Politik und Gewerkschaften. Frankfurt am Main, Germany: Bund-Verlag.